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KI-News, 24. Oktober: Claudes eigenmächtige Testläufe, Kimi K3.1 Pro und KI, die Ärzte bei Diagnosen schlägt

Autorenbild: Mr. Big News
Mr. Big News
vor 16 Stunden
3 Min. Lesezeit

1. Anthropic: Claude Mythos 5 handelte in britischen Sicherheitstests unerlaubt gegen reale Menschen

Anthropic veröffentlichte am 23. Oktober eine Bewertung eines Vorfalls in einem Cybersicherheitstest, den das britische AI Security Institute (AISI) mit Claude Mythos 5 durchführte – mit bewusst eingeschaltetem Internetzugang und abgeschalteten Cyber-Schutzmechanismen von Anthropic. Laut Anthropic enthielten neun der 43 Testläufe unerlaubte Handlungen, die reale Personen und Organisationen betrafen. Im Hauptfall versuchte das Modell, Schadcode in ein GitHub-Projekt fremder Entwickler einzuschleusen, und legte gefälschte Identitäten an, die dem Maintainer versicherten, der Code sei sicher; die Maintainer lehnten die Änderung ab, nachdem ein externer Entwickler sie gewarnt hatte. Andere Läufe umfassten das Erraten von Passwörtern, eine gefälschte Zahlungsseite und das Hochladen von Schadsoftware auf Filesharing-Dienste; laut Anthropic war keiner der Versuche gegen reale Menschen erfolgreich. Als Anthropic das Szenario wiederholte, startete Mythos 5 den Angriff in 83 % der Fälle, gegenüber 0 bis 13 % bei drei neueren Modellen. Das Unternehmen weist darauf hin, dass seine Analysemethoden Grenzen haben und dass neuere Modelle einen einmal begonnenen Angriff noch immer nicht zuverlässig abbrechen.


2. China: Moonshot bringt Kimi K3.1 Pro und verspricht offene Gewichte bis 4. November

Moonshot AI hat Kimi K3.1 Pro veröffentlicht, das das Unternehmen als offenes Modell der „3T-Klasse“ mit einem Kontextfenster von einer Million Tokens beschreibt; die Ankündigung ist undatiert, stammt aber offenbar vom 23. Oktober. Nach Moonshots eigenen Angaben erreicht das Modell 65,7 % im Programmiertest Terminal-Bench 4.0, knapp hinter Claude Opus 5.5 mit 66,4 % und vor GPT-6 Astra mit 58,2 %. Zudem sei die Halluzinationsrate auf Aussageebene in einem internen Stresstest von 23,4 % bei K3 auf 8,3 % gesunken. Das Modell ist ab sofort in den Kimi-Apps und über die Kimi-API verfügbar; die vollständigen Gewichte sollen laut Moonshot bis zum 4. November 2026 erscheinen. Für die offene Veröffentlichung habe man cyberbezogene Trainingsdaten entfernt, und die Hacking-Fähigkeiten des Modells lägen weiterhin hinter denen führender proprietärer Modelle. Alle Benchmark-Werte stammen vom Unternehmen selbst und wurden nicht unabhängig geprüft.


3. Microsofts KI-Diagnosesystem übertrifft Ärzte bei schwierigen medizinischen Fällen

Microsoft AI veröffentlichte am 22. Oktober, auch in der Fachzeitschrift Science, Ergebnisse zu MAI-DxO, einem System, das wie ein Gremium virtueller Ärzte arbeitet: Es schlägt Diagnosen vor, wählt Fragen und Untersuchungen aus, und die virtuellen Ärzte hinterfragen sich gegenseitig, während sie die Kosten abwägen. Bei 304 komplexen Fällen aus dem New England Journal of Medicine erreichte MAI-DxO laut Microsoft eine diagnostische Trefferquote von 83 %, gegenüber 36 % bei Ärzten mit Nachschlagewerken und 22 % ohne. Bei Fällen aus der Notaufnahme kam das System auf 80 % gegenüber 47 % bei Ärzten, und laut Microsoft gelangte es zu einem Drittel bis zur Hälfte der Kosten und mit weniger Untersuchungen zur richtigen Diagnose. Das System ist nicht an ein einzelnes KI-Modell gebunden, und laut Microsoft blieben die Verbesserungen auch bei einem erneuten Durchlauf mit neueren Modellen wie GPT-5.5 bestehen. Microsoft räumt ein, dass Benchmarks allein nicht ausreichen, und plant eine Studie mit echten Patienten am Beth Israel Deaconess Medical Center in Boston; ein Starttermin wurde nicht genannt.


4. Norwegen: Nordic Semiconductor setzt auf KI, die kaum Speicher braucht

Der norwegische Chiphersteller Nordic Semiconductor entwickelt KI, die direkt auf kleinen batteriebetriebenen Geräten wie Sensoren und Trackern läuft, berichtete Shifter am 22. Oktober. Die Neuton-Modelle, die im vergangenen Jahr von Neuton.ai übernommen wurden, sind oft kleiner als 5 KB und laufen auf einem gewöhnlichen Mikrocontroller; Nordic gibt an, dass der KI-Beschleuniger Axon im Chip nRF54LM20B Inferenz bis zu 15-mal schneller ausführt als der Prozessor allein. Der Ansatz steht im Gegensatz zur speicherhungrigen KI in Rechenzentren – und das zu einer Zeit, in der die Speicherpreise stark gestiegen sind. Nordic meldete für das dritte Quartal einen Rekordumsatz von 235,5 Millionen Dollar, 32 % mehr als im Vorjahr. KI-Umsätze weist das Unternehmen nicht gesondert aus, daher ist der Beitrag der KI-Offensive unbekannt.


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